Aktuelles

Herausgabe Sammelband

 

Nerea Aresti / Karin Peters / Julia Brühne (Hgg.): ¿La España invertebrada? Masculinidad y nación a comienzos del siglo XX, Granada: Comares 2016

 

¿La España invertebrada? integra una serie de estudios literarios y de historia cultural acerca de la construcción de la masculinidad nacional en la España de las primeras décadas del siglo xx. Fueron años decisivos tanto en la evolución de las relaciones de género, con importantes cambios en los modelos dominantes de virilidad y feminidad, como en el proceso de nacionalización española.

 

El libro sostiene la dificultad de entender los procesos de formación nacional sin atender a los modelos de masculinidad que le sirven de apoyo —y viceversa—. La idea que vertebra las diferentes contribuciones es la idea orteguiana de la España invertebrada, ligada a una experiencia de crisis de masculinidad nacional. ¿Cuáles son los elementos constitutivos que una comunidad político-social elige para representarse a sí misma en un mito masculino? ¿De qué manera las ideologías de género afectan a sus receptores, tanto cognitiva como afectivamente? ¿cómo infringe la literatura la masculinidad normativa miticada en el ‘macho’ nacional? ¿Puede existir una masculinidad alternativa en este clima de homogenización? ¿Qué significación tienen las construcciones masculinas de la nación y la república para el propio porvenir: la guerra civil y la dictadura franquista? Esta obra trata de responder a estos interrogantes.

 

Voraussichtlich ab Februar 2017 im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-84-9045-486-2). 

 

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Herausgabe Sammelband

 

Julia Brühne / Karin Peters (Hgg.): In (Ge)schlechter Gesellschaft? Politische Konstruktionen von Männlichkeit in Texten und Filmen der Romania, Bielefeld: transcript 2015 (Mainzer Historische Kulturwissenschaften). 

 

Wann ist der Mann ein Politikum? Im Imaginären einer dominant homosozialen Gesellschaft erscheinen Macht oder Ohnmacht oft gekoppelt an die Kategorie des Geschlechts, insbesondere an eine positiv oder negativ überzeichnete Männlichkeit. Dies reicht vom republikanischen Gründungsphantasma der jungfräulichen Nation - und ihres virilen Männerbundes - bis zur sexuellen Kodierung kolonialistischer Projekte. Literatur und Film bedienen oder hinterfragen diese politischen Konstruktionen von Männlichkeit. Am Beispiel der Romania und an historisch signifikanten Ereignissen untersuchen die Beiträge des Bandes, wie sich solche ästhetischen Figurationen des politischen Geschlechts denken lassen.

 

Rezension von Sebastian Zilles, PhiN - Philologie im Netz 79 (2017), 178-180.

 

Im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-8376-3174-6), EUR 29,99. 

 

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Das Romanische Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltet vom 4.-9. Oktober 2015 in Kooperation mit ZIS, dem Zentrum für Interkulturelle Studien (JGU), und gefördert von der VolkswagenStiftung eine interdisziplinäre Herbstschule zum Thema

 

 

Distanz und/oder Close-up: Visualität, Gemeinschaft und Affekt in Geschichtsdarstellungen

 

Organisation:

Dr. Karin Peters (Romanistik)

gemeinsam mit Dr. Julia Brühne (Romanistik), Dr. Susanne Mersmann (Kunstgeschichte) und Lisa Zeller, M.A. (Romanistik)  

 

Fächer: Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Ethnologie, Medienwissenschaft, Politikwissenschaft

 

 

Geschichtsdarstellungen bieten, so argumentiert Hayden White in seiner einflussreichen Studie Metahistory, Erzählungen an, die narrative Mittel einsetzen, um bestimmte Versionen historischer Ereignisse zu präsentieren. Benedict Anderson seinerseits betont, dass die Entwicklung der modernen Nationalstaaten ohne die Rolle, die den Schrift- und Printmedien und damit dem Erzählen und Lesen der nationalen Geschichte zukommt, nicht zu denken sei. Imagined communities konstituieren sich allerdings in ihrem Verhältnis zur Geschichte nicht nur über geteilte Praktiken oder geteiltes Wissen, sondern auch über geteilte Affekte, die bedeuten, dass die Mitglieder einer imagined community die Wahrheit und Realität ihrer eigenen Geschichte tatsächlich zu fühlen meinen. So sind es affektisch besetzte, politisch wirksame und ‚mythisch‘ gewordene Narrative der Geschichte, die der Zeit einer imagined community Form und ‚Realität‘ verleihen können, und dies nicht nur im Kontext der modernen Nationalstaaten, die Anderson untersucht, sondern bereits seit der Frühen Neuzeit. Erzählungen, die erlebbare Nähe zur Geschichte eines Kollektivs evozieren, arbeiten dabei unabhängig davon, ob es sich um ein Bild- oder Textmedium handelt, mit Visualisierungseffekten. Visualität, Gemeinschaft und Affekt gehen also in Bilddarstellungen oder auch in durch die Vorstellungskraft generierten Bildern von Geschichte funktionale Interdependenzen ein. Sie können ein identifikatorisches Close-up oder aber eine kritische Distanz zur Geschichte produzieren. In den Sektionen der Herbstschule soll dieses Verhältnis in historischer Linie – von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart – abgesteckt und mit Blick auf neuere Theorien zum politischen Affekt, wie sie etwa Jon Beasley-Murray (Posthegemony, 2010) vorgeschlagen hat, diskutiert werden.

 

Wenn der aus den antiken pathemata ableitbare „Affekt“ diejenige emotive Qualität ist, die primär ‚zustößt‘, dann aber – sei es in Bild oder Text – eine bewusst einkalkulierte ästhetische Wirkung entfalten kann, so lässt sich hier aus der Warte der Literatur- und Kunstwissenschaft anschließen. Denn Affekte werden in textuellen und visuellen Narrationen aktiviert oder aktualisiert, deren Darstellung auf Wirkung abgestellt ist. Sie sind deshalb aktuell immer wieder im Fokus von Untersuchungen, die der Schnittstelle von Repräsentation, Politik und Affekt und damit dem Verhältnis der Macht der Gefühle und ihrer Gemachtheit gewidmet sind. Auch zur Ideologie der imagined community gehört es, dass deren ‚Gemachtheit‘ verschleiert oder gar geleugnet werden muss, so dass im Bereich politischer Affekte ein Grenzbereich unkontrollierbarer oder ambivalenter Affektwirkungen nicht auszuschließen ist. Beasley-Murray spricht hier vom affektischen escape: Der Affekt geht zwar Hand in Hand mit der Emergenz von sozial-politischen Strukturen, muss aber nachträglich zur Vorstellung eines Staates transzendiert werden. Dieser leugnet die eigene, irrationale Entstehungs-‚Geschichte‘, ohne deren affektisches Erbe jedoch ganz eindämmen zu können.

 

Man könnte allerdings auch von einer Reaktivierung der affektischen Entregelung sprechen, die diese offizielle Geschichtsdarstellung begleitet: Denn die Aktivierung eines affektiven Ressorts nationaler Geschichte zählt zu denjenigen immanenten Prozessen, die der Institutionalisierung von Gemeinschaft nicht vorgängig, sondern zeitgleich oder nachträglich sind. Je nach Kontext und Intention kann diese Identifikation mit Geschichte sowohl libidinös-fundational, ja nachgerade pädagogisch wirken, oder phobisch-destruktiv. Ein historisches Beispiel dafür sind die Darstellungen der revolutionären Liberté in Frankreich, die sich mit Delacroix’ visuellem Code in ein westliches Bildgedächtnis eingeschrieben haben – und bei der Marche républicaine in Paris nach den Anschlägen vom Januar 2015 wieder evoziert werden konnten. Dabei ist jedoch nicht zu vernachlässigen, dass bereits zeitgleich zur Revolution 1789 von Seiten französischer Konterrevolutionäre zahlreiche Karikaturen und Pamphlete folgen, die einer Identifikation des französischen Volkes mit der eigenen Staatsform zuwider laufen. Ganz im Gegenteil verbreiten die bildlichen Darstellungen der Revolution, die ihre Kinder frisst und ein starkes monarchisches Frankreich ‚entmannt‘ hat, Schrecken und mithin: phobos.

 

An dieser Stelle gilt es auch das Verhältnis von Bild-Darstellung, Vorstellungsbildern und ihren Narrationen zu klären. So lässt sich etwa kaum leugnen, dass Zolas Neuauflage der Liberté von Delacroix in La fortune des Rougon (1871) beinahe visuelle Qualität entfaltet: Hier ist es die junge Miette, die 1851 noch einmal das Volk gegen die Soldaten von Louis-Napoléon Bonaparte anführt, dabei aber einen detailliert beschriebenen, schmählichen Tod sterben muss. Die Ästhetik der exzessiven Beschreibung, wie sie der französische Naturalismus bei Zola entwickelt, steht also gewissermaßen im Zeichen einer affektisch besetzten Visualisierung französischer Geschichte. Daran ließe sich beschreiben, wie Geschichte und ihre Verwandlung in ideologische Mytheme im Sinne einer Ermöglichungs- und/oder Verhinderungsstruktur ästhetischer Formen wirken – so dass ästhetische (Text-)Bilder keineswegs einfach im ideologischen Mythos aufgehen. Wir wollen uns daher aus dezidiert interdisziplinärer Perspektive mit der Frage beschäftigen, wie Texte Bilder erzeugen, wie Bilder Geschichte(n) erzählen, wie mit Bildern Politik gemacht wird und welche Bedeutung hierbei dem Affekt zukommt.

 

Endgültiges Programm
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Internationale Tagung "Incorporations à la puissance deux. Le corps social et ses phénotypes littéraires"

 

26./27. Juni 2015

(Salle Lombard, EHESS, 96 boulevard Raspail, Paris)

 

veranstaltet von Karin Peters und Laurence Giavarini in Kooperation mit der Forschergruppe Grihl (CRH), der Universität Paris 3 (Sorbonne nouvelle) und der FMSH

 

Dans le discours de la sociologie française, le concept d’incorporation est un fil récurrent depuis les débuts de l’Année sociologique. Pour l’époque moderne, ce cadre théorique qui était lié à l’intérêt des sociologues pour les processus de socialisation, a ainsi servi à mettre au centre de la réflexion sur les sociétés un principe de contrôle (soit un contrôle des corps, soit un contrôle des affects), contrôle effectué par l’ordre politique et « vécu » par les membres de la société. Plus récemment, cette question a été reprise dans les sciences politiques, les sciences de la culture et les disciplines historiques. Conçue comme une pratique symbolisante, la notion d’incorporation est presque devenue un topos des discours sur la façon dont agit le politique.

 

Mais qu’en est-il du point de vue des écrits littéraires ? Jon Beasley-Murray montre dans Posthegemony que chaque habitus entraîné produit simultanément de la résistance. Selon lui, dans le processus de soumission des individus à l’ordre social, un « surplus affectif » rend l’incorporation efficace, mais le même surplus travaille aussi contre elle. Il s’agit donc paradoxalement d’une vertu et d’une énergie propre de l’affect qui arrive à déborder le principe de contrôle. Nous nous proposons donc de réfléchir aux formes que peut prendre le « surplus affectif » dans le domaine de la représentation, littéraire ou autre. Car la littérature, les spectacles, les écrits, voire toute production sémiotique, circulent entre des incorporations et leurs effets contraires : en tant que représentations, elles produisent peut-être cet intervalle.

 

Par ailleurs, toute pratique symbolisante produit des phénotypes affectifs (Böhme) qui signalent tant les formes de soumission idéologiques que les modes du surplus affectif. Notre colloque sera consacré à réintroduire du politique, dans le cadre d’une réflexion sur l’incorporation, à l’intérieur des perspectives philosophiques et morales récentes sur l’éthique de la littérature. Sans prétendre construire une description nouvelle d’un moment historique en particulier ou un grand récit de l’incorporation sociale sous l’ancien régime (et surtout sans répéter les résultats bien établis de la recherche sur l’histoire du corps), les communications et les discussions devront plutôt permettre d’élaborer de nouvelles questions de recherche : comment penser l’incorporation sociale du point de vue de la littérature ? quel rapport notamment peut-on éventuellement établir entre incorporation, affect et codification littéraire ou poétique ? Enfin quelles relations établir entre représentation, figuration et affect ? 

 

u.a. mit Beiträgen von Christian Jouhaud, Dinah Ribard, Sophie Houdard und Stephan Leopold 

 

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Herausgabe Sammelband

 

Karin Peters / Caroline Sauter (Hgg.): Allegorien des Liebens. Liebe - Literatur - Lesen, Würzburg: Königshausen & Neumann 2015. 

 

Wer liebt, findet sich mit Erfahrungen, Affekten und Passionen konfrontiert, die über das mit den Begriffen der Sprache Sagbare hinausgehen. Nicht selten sprechen Liebende wortreich darüber, nicht über das sprechen zu können, wovon sie sprechen wollen. In der Literatur sind seit jeher notwendig paradoxe Versuche unternommen worden, das Unaussprechliche der Liebe in Worte zu fassen. Der Liebesdiskurs bedient sich dabei einer Strategie, die das Wesensmerkmal von Literatur überhaupt ist: Er verwendet Tropen und Figuren, um sich zu artikulieren – Anders-Rede, Allegorie. So ist der privilegierte Ort der Liebe die Literatur. Die Literatur ist in der Lage, im Zeichen der Liebe allegorisch auf die Kluft zwischen Sprache und Mensch, liebendem und geliebtem Wesen, Frau und Mann hinzuweisen.

 

Dabei wird sie zugleich Medium der kodifizierten Regeln des gesellschaftlichen Ganzen. Allegorien des Liebens verwandeln sich in Liebes-Allegorien und damit in Allegorien des Zusammenlebens. Dieser Band beleuchtet das Spannungsfeld von Liebe und Literatur in chronologischer Perspektive: von antiken, spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literaturen ausgehend, über die Literaturen um 1800 und um 1900, um schließlich bei Theater, Film und Literatur der Gegenwart anzugelangen. Somit stellt er das Spannungsfeld von Literarizität und Liebe als Konstante in der Produktion und Reflexion von Literatur und Kultur vor und leistet damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Literaturgeschichtsschreibung, sondern trifft zugleich auch Aussagen über die Literatur und das, was sie ausmacht.

 

Im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3826054488), EUR 39,00. 

 

Sektion XX. Hispanistentag "¿La España invertebrada? Masculinidad y Nación, 1921-1936" (Heidelberg)

 

18.-22. März 2015

 

Veranstalter: Nerea Aresti, Julia Brühne, Karin Peters

 

Escéptico frente a los particularismos regionales y al ascenso del proletariado inculto, y en la búsqueda de nuevos caminos hacia una regeneración nacional, José Ortega y Gasset publicó en 1921 un ensayo titulado España invertebrada. En él entiende la enfermedad española como ausencia de las virtudes que usualmente asociamos con los ideales masculinos de firmeza, resolución y potencia. Por lo tanto, la España invertebrada parece una nación débil y sin proyecto colectivo de un "porvenir deseable". Lo que llama la atención es que la imagen de una nación poco viril, casi castrada, ya forma parte de una ideología de los años veinte y se perpetuará hasta los años de la guerra civil y más allá.

 

Según Anne McClintock "[a]ll nationalisms are gendered". En estos nacionalismos la historia cultural masculina está compuesta de micro-historias de degradación y esperanza del 'hombre nacional'. La dramatización de la memoria cultural construye de este modo narrativas enfáticas – por ejemplo, cómo se alza una España nueva y más viril – pero crea a la vez una tensión discursiva enorme. Suponemos que la situación se agudiza en tiempos de descolonización o después de una derrota militar, porque para salir de la crisis, las llamados 'culturas de la derrota' (Wolfgang Schivelbusch) sienten la necesidad de producir un sinnúmero de nuevos mitos colectivos, como por ejemplo el mito de la hombría nacional, primero abatida y luego recuperada.

 

El punto de partida del debate en la comisión es la nueva tesis de que la época conocida como Edad de Plata por su productividad creativa en las letras se funda en una crisis del imaginario político, expresada en imágenes de hiper- o a-masculinidad. Algunas de las preguntas que se plantearán serán: ¿Cuáles son los elementos constitutivos que una comunidad político-social elige para representarse a sí misma en un mito masculino? ¿De qué manera las ideologías de género afectan a sus receptores, tanto cognitiva- como afectivamente? ¿Cómo infringe la literatura la masculinidad normativa mitificada en el 'macho' nacional? ¿Puede existir una masculinidad alternativa en este clima de homogenización? ¿Qué significación tienen las construcciones masculinas de la nación y la república para el propio porvenir: la guerra civil y la dictadura franquista?

 

u.a. mit Beiträgen von Aurora Morcillo, Dieter Ingenschay und Christian von Tschilschke


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Publikation Monographie 

 

Karin Peters: Der gespenstische Souverän. Opfer und Autorschaft im 20. Jahrhundert, München: Fink 2013.

 

Sakrifizielle Autorschaft ist eine Poetik, die den Paradoxien der ästhetischen Selbstbehauptung in der Moderne geschuldet ist. Schon am Ende der französischen Romantik graut es Alfred de Musset vor der Autobiographie, weil er sie als öffentliche Amputation empfindet. Roland Barthes schließlich verkündet in den 1960er Jahren, Literatur sei ein Opfer des Autors und Autorschaft ein selbstmörderisches Unterfangen.

 

Die Literatur des 20. Jahrhunderts selbst allerdings weiß ›sakrifizielle Autorschaft‹ durchaus produktiv zu wenden. Im Wettstreit mit traditionellen Modellen von Autorschaft, mit Gattungen praktizierter Subjektivität wie der Autobiographie oder mit weltliterarischen Kanontexten setzt sie den Autor als Opfer des eigenen oder des fremden Textes in Szene.

 

Georges Bataille hat mit seiner modernen Variante des Akephalos, der den cartesianischen Schädel im Geschlecht trägt und die eigene Ratio scheinbar abgeschlagen hat, eine glänzende Metapher dafür geliefert. Denn azephalische Souveränität bedeutet bei ihm, schwache Subjektivität mit ironischer Selbstreflexivität zu paaren. Seine dionysische Poetik zeugt ein ›Monstrum‹, das von sich behaupten kann, zu sterben, und dies gleichzeitig kommentiert: ›moi‹ qui meurt.

 

Nicht nur ist darin schwache Subjektivität mit ironischer Selbstreflexivität gepaart. Der Kopflose erinnert gerade in Frankreich unweigerlich an die politische Urszene einer königslosen Moderne und die Rede vom Opferritual an deren Bezeugung. Selbst das soziale Imaginäre einer Gesellschaft post mortem regis hält also potente Metaphern für – wenn auch gespenstische – Souveränität bereit.

 

Im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3770554577), EUR 59,00. 

 

Templiner Manifest zur Verbesserung von Forschung und Lehre an den Universitäten:

 

http://www.gew.de/Templiner_Manifest.html